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Erfahrungen mit sinnlosen AMS-Kursen. Heute: Antonia.

Ein herzliches Hallo an alle, die bei der Suche nach einem Ventil um den aufgestauten Zorn, Ärger, Frust auf diese Website gestoßen sind, um auf einfach Dampf abzulassen…

Und ich mache das jetzt auch, obwohl ich weiß, dass sich dadurch, sich nichts und wirklich rein gar nichts an meiner Situation oder meinen Umständen ändern werden wird. Vielmehr stecke ich meine Kraft, Energie und Ressourcen um in den Widerstand gegen das AMS zu gehen, anstelle dessen, dass ich aktiv, motiviert und selbstbestimmt nach einem Arbeitsplatz suche. Weiterlesen

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Erfahrungen mit sinnlosen AMS-Kursen? Heute: Johann.

Hallo ich bin der Johann. Ich bin 23 Jahre alt und besuche derzeit wieder leider einen AMS Kurs. Meine Person zu mir. Ich habe die Pflichtschule abgeschlossen, habe eine Lehre als Landschaftsgärtner begonnen und habe alles erledigt bis auf die LAP. Nach der Lehre blieb ich noch 3 Jahre bei der Firma bis ich dann gekündigt habe, da es nicht mehr gepasst hatte. Dann machte ich immer verschiedene Tätigkeiten und seit Sommer lezten Jahres bin ich leider arbeitslos. Weiterlesen

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Erfahrungen mit sinnlosen AMS-Kursen? Heute: Gerda

Da der Kindergarten in den mein zweiter Sohn gehen sollte, Kinder erst ab drei Jahren nimmt, war ich nach den 2 1/2 Jahren Karenzgeld arbeitslos gemeldet. Ich hatte eine Wiedereinstellungszusage meiner Firma und wollte dort 18 Stunden arbeiten.
Ich dachte, da ich ja eh schon eine fixe Arbeit habe, muss das AMS bei mir nicht wirklich tätig werden. Weit gefehlt, wie sich noch zeigen sollte. Weiterlesen

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Erfahrungen mit sinnlosen AMS-Kursen? Dann her damit!

Wir haben in verschiedenen Branchen gearbeitet, haben unterschiedliche Berufe gelernt oder Ausbildungen absolviert. Wir interessieren uns für verschiedene Dinge. Doch wir haben einiges gemeinsam: Wir beziehen Arbeitslosengeld oder Notstandshilfe. Und: Wir sind in einer verpflichtenden AMS-Kursmaßnahme gelandet.

Das Geschäft mit der Arbeitslosigkeit

Nach den fünf Wochen Kurs ist auch meinem immer idealistischen Sitznachbarn klar: Arbeitslosigkeit ist ein riesiges Geschäft. Und zwar für vor allem für jene Firmen, die derartige Kurse am billigsten – meist auf Kosten der Teilnehmer*innen, aber auch der Trainer*innen – anbieten. Denn die Kursinstitute mit dem niedrigsten Angebot bekommen den Zuschlag vom Arbeitsmarktservice (AMS). Doch nicht nur die Unternehmen der Erwachsenenbildungsbranche freuen sich, sondern auch die politischen Parteien. Denn Leute wie wir, die in einer AMS-Kursmaßnahme sind, fallen nicht in die offizielle Arbeitslosenstatistik. Wie praktisch. Jedenfalls heuer, in einem Wahljahr.

Warum dieser Blog?

Zu Beginn wollten wir unserem Ärger Luft verschaffen. Das ist uns gelungen. Doch das war nur der erste Schritt. Nun wollen wir euch dazu anregen eure Erfahrungen mit aufgezwungenen AMS-Kursen aufzuschreiben und sie uns zu schicken.

Hast du dich schon einmal gefragt…

Warum muss ich an dieser AMS-Maßnahme zur Aus- oder Weiterbildung teilnehmen? Wieso durfte ich nicht in einen sinnvolleren Kurs? Hat der/die Trainer/in die „Tips und Tricks für die Arbeitssuche“ als ersten Treffer im Internet gefunden? Hat er/sie überhaupt eine Ahnung, wovon er/sie redet? Wieso werde ich in diesem Kurs behandelt als hätte ich von nichts eine Ahnung? Ich bin doch erwachsen, was tue ich hier eigentlich?

Wenn du dir zumindest eine dieser Fragen schon einmal gestellt hast, dann schick uns deine Erfahrungen an praktikantin@prekaer.at. Du kannst dabei anonym bleiben, denn auf diesem Blog werden die Namen der Autor*innen nicht veröffentlicht.

 

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Schwall aus dem All und: Die Hölle in Dosen zu Pyramiden gestapelt (And the Beat goes on)

Unsere Trainerin ist weiterhin krank, doch die Ersatzkraft müht sich redlich und erzählt uns aufbauende Geschichten – das ändert sich erst, als sie von unserer nicht angemeldeten Exkursion erfährt, für die die Organsitation offenbar schwierig ist. Aber dann: EIN WUNDER! Ich habe wohl in der Lotterie gewonnen und bekomme mein erstes Einzelcoaching.

Tag 4:

Der Coach ist nett und jung und frisch von der Uni und voller Methoden-Fachwissen und läßt mich da gerne ungefragt daran teilhaben, denn meinen individuellen Coaching-Bedarf hat er leider nicht eruiert. Als ich mir in den 1,5 Stunden Taktiken überlege, wie ich das in den nächsten Stunden zum Mittelpunkt machen kann, erfahre ich, dass auch er wieder Mal den letzten Tag da ist und in Zukunft – wohl – jemand noch nicht näher Bestimmbares für mich zuständig sein wird (und da warte ich heute noch darauf).

TAG 5:

Diesmal bin ich krank – wirklich und wahrhaftig, und nicht nur meine Hausärztin spricht bei akuter Gastritis von Psychosomatik … (am Donnerstag wird meine Trainerin diesen Befund mit Magen-Darm-Virus verwechseln – aber auf kleine feine Unterschiede achte ich ja schon gar nicht mehr)

TAG 6:

Ich bin wieder da, meine Trainerin ist wieder da, und da ein 8-Stunden-Kurstag am Montag offenbar nicht für ein 1,5-stündiges Motivationsvideo gereicht hat, sollen wir uns den ca. 20-minütigen Rest ansehen, dafür verläßt sie jedenfalls 1 Stunde lang den Raum. Merkwürdig ist nur, dass sie nach ihrer Rückkehr ausgerechnet mich als Ersten zu meinen Eindrücken vom gesehenen Vortrag befragt, wo mir doch 3/4 Vorwissen zwecks Abwesenheit am Montag fehlen. Dann muß sie zu einer Teamsitzung, auf der – wie wir später erfahren dürfen – die Liste der möglichen Exkursionsziele zukünftig auf drei zusammengestrichen wird: Rathaus, Technisches Museum und Shaolinmönche – was für eine brilliante Zusammenstellung! Eins davon blüht uns dann am nächsten Montag … Mittagspause,und dann Computerraum. Da bewahrheitet sich dann meine Ahnung, dass geballte Inkompetenz leider auch meistens eine unangenehm gefährliche Seite haben kann: Die Trainerin will von mir einen komplett ausgefüllten Karriereplan mit Zukunftszielen und den dazugehörigen Fortbildungskursen inkl. Termin, Dauer und Kosten. Konsterniert bringe ich vor, dass der Kurs erst zur Hälfte rum ist, ich erst ein einziges Einzelcoaching hatte (für heute war auch wieder niemand für mich zuständig), ich genau wegen Berufsneuorientierung da wäre und dieser Karriereplan deshalb logischerweise für mich erst am Ende des Coaching-Prozesses als Ziel stehen könnte (und genau so passierte es auch in allen Kursen vorher). Aber Nein, die Trainerin ist Montag (wo wir wieder Exkusion haben – Juhu!) das letzte Mal da, weil sie dann den Rest unseres Kurses in Urlaub geht! Und langsam bin ich auf Krawall gebürstet, denn sie meinte, ich hätte ja jetzt Zeit, in Datenbanken nach Fortbildungskursen zu suchen, und da mußte ich ihr erklären, dass ich mir ganz sicher nicht meine berufliche Zukunft ad-hoc aus den Rippen schneide, nur weil sie nach 1 Woche Krankheit und zwei Wochen Nichtstun mit uns jetzt in ihren Urlaub will. Ich habe mir viele Links auf meinen Stick gespeichert und ihr auch bei der dritten Nachfrage ihrerseits gebetsmühlenartig wiederholt, dass ich mir das allein in Ruhe übers Wochenende zu Hause anschaue, wenn hier schon niemand in der Lage wäre, seinem Coaching-Auftrag nachzukommen – und da sitze ich nun mit meinem Grant und denke mir, dass das ja alles wohl nicht wahr sein kann und ich noch nie ein Institut erlebt habe, das so schamlos die „wir verdienen uns blöd an den Arbeitslosen, ohne auch nur im Entferntsten an eine Gegenleistung zu denken“-Masche fährt. Nun, vielleicht wären sie auch dumm, sich selber überflüssig zu machen, indem sie uns beim ernsthaften Versuch, die Arbeitslosigkeit zu verlassen, behilflich sind …

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Niveau ist keine Hautcreme oder: Eine Terrasse macht noch keinen Sommer (Ein vorläufiger Erfahrungsbericht)

Da es sich die Branche meiner bisherigen Arbeitsbetätigungen offenbar locker leisten kann, auf meine in 25jähriger Berufsausübung erworbenen Fach- und Erfahrungskompetenzen komplett zu verzichten, haben mein wirklich hilfreicher AMS-Berater und ich einen Coaching-Kurs für AkademikerInnen, MaturantInnen und Führungskräfte ausgewählt, um eine berufliche Neuorientierung zu erarbeiten. So weit, so hübsch …

TAG 1:

Motiviert und voller Elan erscheine ich zusammen mit 14 anderen Personen zum angebenen Zeitpunkt am Kursort und harre der Dinge, die da kommen (sollen). Wir werden zu einem Einzelgespräch gebeten, welches bei mir genau drei Minuten gedauert hat, da ich ja wußte, was ich erreichen wollte – den Rest der Zeit verbrachte ich 3 Stunden wartend auf die Mittagspause auf der zugebenermaßen schönen Terrasse in der heißen Sommersonne. Dann endlich Mittagspause! Dann endlich Nachmittagskurs! Die Gruppe war inzwischen auf 12 Personen reduziert und wir machten eine dreistündige Kennenlernrunde – so etwas schafft man normalerweise mit wesentlich mehr Teilnehmern in einer knappen halben Stunde – aber gut, der erste Tag war rum und ich hatte Migräne. Da habe ich es noch auf den zu langen Aufenthalt in der prallen Sonne geschoben …

TAG 2:

Die Gruppe trifft sich wieder pünktlich am angebenen Ort, um dann eine Stunde Leerlauf zu genießen, weil noch kein Raum mit Computern frei ist – wir bearbeiten nämlich unsere Lebensläufe! Aha, daran liegt es also, dass es bisher noch nicht geklappt hat mit einer Stelle! Wir bekommen ein Paper aus dem Internet ausgeteilt, wo so hilfreiche Tipps weitergeben werden wie, dass Frauen kein zu hübsches Foto haben sollten, da weibliche Rekruterinnen sonst neidisch werden könnten. Dann werden wir einzeln mit unseren sensiblen persönlichen Daten an den Beamer gesetzt und die wirklich engagierte Gruppe beginnt zu analysieren. Alle Lebensläufe sind beeindruckend und in vielen Kursen optimiert, so dass sich das meiste in Detailfragen verliert – von der Trainerin jedenfalls kommt kein einziger konstruktiver Beitrag. Und dann ist auch schon wieder Mittagspause und die Migräne ist auch schon wieder da, Hurra! Nach der Mittagspause geht es mit den Lebensläufen weiter, aber sie langen leider nicht für den lieben langen Tag, so dass wir stundenlang eigenverantwortlich Jobrecherche am Computer durchführen sollen – auf die Idee wäre ich ja eigenmotiviert niemals von allein gekommen! Aber Hauptsache, wir müssen brav bis zum bitteren Ende dableiben …

TAG 3:

Unsere Trainerin ist krank und der arme Praktikant muß einspringen – der hat zwar schon die letzte Woche, aber Kurs-Zugangsdaten für den Computer hat ihm dennoch noch niemand anvertraut. Ich schwanke zwischen Mitleid und Entsetzten. Er schlägt seine Mappe auf und trägt zusammenhanglos „Einsichten“ von uns unbekannten Koryphäen zum Thema Konfliktmanagement vor – die Migräne ist diesmal GottseiDank schon von Beginn an da! In der Mittagspause fällt zum ersten Mal der Begriff „Boreout“ und nach der Pause sitzen wir in einem entsetzlich stickigen und engen Raum wieder am Computer zur Jobrecherche. Das Thema „Einzelcoaching“ hat sich für diese Woche auch erledigt, weil der zuständige Herr nicht da ist, uns noch gar niemand eingeteilt hat, und sich nur auf unser hartnäckiges Nachfragen hin jemand darum kümmern will. Und wir sollen dort aktiviert und motiviert werden …??!! Ach ja, Donnerstag geht Einzelcoaching auch nicht, weil wir da ja eine wichtige Exkursion in ein Museum machen … .

EIN ERSTES FAZIT:

Ich bin ganz sicher kein notorischer Querulant und habe viel Verständnis  für Sachzwänge, aber was da bisher passiert, ist die  komplette Verschwendung von Steuergeldern, Motivationsenergien und wertvoller Lebenszeit. Und eine meiner ursprünglichen Ideen, nämlich Trainer in der Erwachsenenbildung zu werden, hat sich damit auch schon erübrigt …

limette

ACE – Multivitamine für die Arbeitssuche?

Manchmal kommt es anders als man denkt. Oder auch als es mit der AMS-Betreuerin vereinbart war. Bei meinem letzten AMS-Termin vor dem Sommer vereinbarten wir (oder eigentlich sie mit mir), dass ich ihr mir eine Weiterbildung suche und ich ihr beim nächsten Termin einen Kostenvoranschlag vorlege. Dieser Vereinbarung bin ich nachgekommen. Zeitgleich erhielt ich vom AMS jedoch eine Benachrichtigung, dass ich mich in der kommenden Woche in einem Bewerbungstraining einzufinden hätte.

Obwohl anders vereinbart wurde ich zur Teilnahme an der Kursmaßnahme “ACE – Aktivierung, Coaching, EDV. Bewerbungstraining für Maturant*innen, Akademiker*innen und Führungskräfte” verpflichtet. Zwei Tage die Woche, fünf Wochen lang. Veranstaltet wird dieses sogenannte Bewerbungstraining von einer vom AMS beauftragten externen Firma. Tja, Arbeitslosigkeit ist eben auch ein Geschäft. Und was für eines.

Am ersten Tag erhielten wir Unterlagen in Sachen Bewerbung. Tipps, um einen ”innovativen Lebenslauf” zu erstellen, um damit bessere Jobchancen zu haben. Hier ein Auszug daraus:

“Und der Dresscode? Eine Faustregel sagt: immer eine Stufe besser, als Sie üblicherweise am Arbeitsplatz tragen werden. Häufig bieten die Mitarbeiterfotos im Internetauftritt des Unternehmens einen guten Anhalt. Achten Sie auch auf Ihre Ausstrahlung. Sie sollten weder zu fröhlich noch zu ernst wirken. Und als Frau sollten Sie lieber nicht zu attraktiv aussehen, wie eine Studie zeigt. Da die innerbetriebliche Personal(vor)auswahl zu 85% von Frauen vorgenommen wird, könnten Sie sonst leicht einem Neidkomplex zum Opfer fallen.

Nach dem Aufschreib einiger Kursteilnehmerinnen meinte unsere Trainerin dazu:

„Diese Unterlagen sind aus dem Internet, nicht von mir.“

Abschließend fügte sie allerdings noch hinzu:

“Wenn jemand nicht so hübsch ist, sollte sie sich überlegen, ob sie überhaupt ein Foto mitschickt.”

Da auf den Unterlagen keine Quellenangabe zu finden war, machte ich mich an die Internetrecherche. Schließlich sitzen wir den halben Kurstag lang ohnehin nur vor dem Computer herum. Also suchte ich nach „innovativ“ und „Lebenslauf“. Bingo! Der innovative oder erneuerte Lebenslauf.

Ob dieser fragwürdige Ratgeber weiß, dass seine Materialien ohne Erwähnung in AMS-Kursen verteilt werden? Aber das ist wieder eine andere Geschichte.