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Erfahrungen mit sinnlosen AMS-Kursen? Heute: Gerda

Da der Kindergarten in den mein zweiter Sohn gehen sollte, Kinder erst ab drei Jahren nimmt, war ich nach den 2 1/2 Jahren Karenzgeld arbeitslos gemeldet. Ich hatte eine Wiedereinstellungszusage meiner Firma und wollte dort 18 Stunden arbeiten.
Ich dachte, da ich ja eh schon eine fixe Arbeit habe, muss das AMS bei mir nicht wirklich tätig werden. Weit gefehlt, wie sich noch zeigen sollte.

„So was gilt bei uns nicht“, hieß es …. und ich musste natürlich in einen Kurs … der Statistik und des Kursgeschäftes wegen. Der war aber ganztags … obwohl ich von Anfang an klar gemacht hatte, dass ich nur halbtags kann. Damals war ich kurzzeitlich verzweifelt, weil ich nicht wusste, wohin mit meinen Kindern. Aber Gott sei Dank kriegt der dämliche Steuerzahler eh nicht nur den unnötigen Kurs, sondern auch einen Teil der ev. dazu benötigten Kinderbetreuungskosten aufgebrummt, also waren meine Kinder zwischenzeitlich bei einer Tagesmutter(…und Gott sei Dank konnte ich so kurzfristig eine finden).

So vergingen 2 Monate. Dann meinte mein Betreuer, ich müsste Bewerbungsschreiben verschicken und mir bis zum nächsten Termin einen anderen Kurs suchen. Ich fand einen Online-Kurs im Internet …wäre auch praktischer gewesen, wegen der Kinder… aber das galt nicht, es musste ein Kurs in einem Institut sein. Also hat er mir einen ‚verordnet‘. Einen Einzelkurs .. also nur ich und ein Trainer. Das war natürlich toll, weil der Trainer mir bei den Kurszeiten entgegenkommen konnte und nicht so viel Kinderbetreuung notwendig war. Da der Inhalt des Kurses irrelevant war, waren es eher entspannte weitere zwei Monate. 😉

Schon hatte ich ein paar Bewerbungsschreiben losgeschickt … aber nur halbherzig (ich hatte ja schon einen Job), das aber verärgerte meinen Betreuer und bei meinem nächsten Termin gab er mir Stellenangebote mit, bei denen ich mich vorzustellen habe, sonst sind meine Bezüge gesperrt. Eine war in Schwechat (90 Minuten Fahrzeit von meinem Wohnort) eine Ganztagesstelle als Betriebselektriker. Mit den Worten: „San de im AMS scho gonz deppat, wen schickn’s denn do daher?“, stempelte er meinen Zettel ab. Die Zweite war im 22. Bezirk, eine Stelle im Büro eines Elektrikers, 30 Stunden … ok war nicht ganztags, aber ich wollte ja nur 18 Stunden. Die Dritte war wieder ganztags im 23. bei einem Elektrofachmarkt…. und so weiter….

Nur zur Info: Ich bin Softwareentwickler … also ideal waren die Stellen auch vom Inhalt her nicht. Und frecher weise habe ich das auch meinem Betreuer gesagt ……die vorhersehbare Reaktion meines überempfindlichen Betreuers: „Jetzt sind Sie von der Zumutbarkeit ausgeschlossen ….ich schick Sie jetzt zum Billa!!!“ (Komisch dass es immer der ‚Billa‘ ist ) …das hat er dann aber doch nicht getan, wäre ja wirklich ein bissi peinlich gewesen, er hat mich für einen weiteren Kurs eingetragen. Da ich eh nur mehr drei Wochen hatte, bis ich bei meiner alten Firma wiedereinstieg, bin ich leider bei Kursbeginn erkrankt. Daraufhin drohte mein Betreuer mir nochmal eindringlich mit Bezugssperre und ich wurde für den nächsten (in 4 Wochen) eingetragen, aber der war ja dann schon hinfällig. Also unterm Strich: Zwei unnötige Kurse, vier Monate unnötige Kinderbetreuung, viel Ärger ….. und das Ärgste: hätte ich nicht von vornherein einen Job gehabt, wäre dass alles nicht nur sinnlos gewesen, sondern würde noch ewig so weiter gehen, weil nichts davon wirklich zielgerichtet war.

Ich habe mit ‚echter‘ Arbeitslosigkeit nicht so viel Erfahrung … kann mir aber nicht vorstellen, dass sich jemand ernsthaft darauf verlässt, dass er übers AMS eine gute Stelle vermittelt bekommt. Ich sehe das eher als eine Art Beschäftigungstherapiestelle für Arbeitslose. Und mein Tipp an alle die wirklich eine Arbeit wollen: Selber suchen und hoffen, dass trotz ‚AMS-Therapie‘ die Zeit dazu bleibt. 😉 😉

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